Was in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft noch vorgeht

Aktuelle Entwicklungen – Ergebnisse der Umfrage – Anträge zur Generalversammlung

Corona-Aufarbeitung – Kooption

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass mit dem Jahr 2024 wichtige Entscheidungen anstehen, die für das Zusammenleben der Menschen in Freiheit und Würde entscheidend sein können – gemeint sind hier vor allem die Bestrebungen der supranationalen Institutionen und Bewegungen wie der WHO, One Health, dem World Economic Forum uvm. Besonders im Fokus steht der geplante Pandemievertrag und die Internationalen Gesundheitsregeln (IHR), über die Ende Mai abgestimmt werden soll. Aber auch für unsere Gesellschaft – eine anthroposophische Gesellschaft – deren soziale Verhältnisse und Strukturen vorbildlich sein sollten, stellt sich die Frage, ob an der diesjährigen Generalversammlung ein nachhaltiger und verbindlicher Veränderungsprozess hin zu zeitgemässen und zukunftsweisenden Strukturen etabliert werden kann. Ganz gleich, worauf man blickt: Es wird vor allem darauf ankommen, ob in der Zivilgesellschaft – das ist bei uns die Mitgliedschaft – genügend Veränderungswille zum Tragen kommen kann und das notwendige Engagement entsteht. Ausgehend von den Ergebnissen der Umfrage sollte das eigentlich möglich sein. Was aber kann wirklich realisiert werden?

Ergebnisse der Mitglieder-Umfrage

Es werden hiermit die Ergebnisse der Mitgliederumfrage veröffentlicht, die als Initiative aus einer Arbeitsgruppe im Zusammenhang mit den Mitgliedforen entstanden ist. Es erreichten uns aus 25 Ländern ca. 330 Antworten – das entspricht 8 – 9% der 3.500 – 4.000 erreichten Adressen. Nach herkömmlichen Massstäben ist das durchaus ein respektables und auch repräsentatives Ergebnis. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 wurde von der Redaktion des damals noch wöchentlich erscheinenden Mitteilungsblattes «Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht» eine Leserumfrage durchgeführt. Von den 8.500 Abonnenten antworteten 214 (2,5%). Auch dies war nach üblichen statistischen Grundsätzen durchaus repräsentativ, gewiss immer nur für die befragte Gruppe, nicht die ganze Gesellschaft!

Die Ergebnisse des recht umfangreichen Fragenkataloges sind in einer Präsentation zusammengefasst und können im Internet abgerufen werden (Mit diesem Link [English translation] oder unter www.wtg-99.com/Rundbriefe-Archiv) bzw. sind dem Versand dieses Rundbriefes beigefügt.

Die Antwortmöglichkeiten wurden vielfach als zu eingeschränkt erlebt, was in der hohen Anzahl der freien Antworten zum Ausdruck gekommen ist: Insgesamt liegen über 2.000 zum Teil sehr ausführliche Kommentare bzw. freie Antworten vor, bei einigen Fragen haben bis zu zwei Drittel der Befragten die freie Antwortmöglichkeit genutzt – z.B. zur Kommunikation und zur Klimafrage. Die Kommentare konnten für eine Veröffentlichung noch nicht bearbeitet werden.

Ganz herzlich sei allen Teilnehmern gedankt, die sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten. Der Dank gilt aber auch all denjenigen, die zu dem Zustandekommen dieser Umfrage beigetragen, an dem Fragenkatalog mitgearbeitet und uns zur Durchführung ermutigt haben.

Antrag zur Stärkung der Goetheanum-Leitung

Die Goetheanum-Leitung ist heute das wichtigste Leitungsorgan der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Es ist allerdings nicht von der Mitgliedschaft legitimiert und Rechenschaft wird lt. Geschäftsordnung (Stand 2019) nur intern, innerhalb der Goetheanum-Leitung abgelegt, nicht gegenüber der Mitgliedschaft. Ganz anderes an der Weihnachtstagung: Rudolf Steiner liess der Besetzung des Leitungs-Organs selbstverständlich zustimmen – wodurch dieses Organ legitimiert wurde. Und ebenso selbstverständlich war in den Statuten vorgesehen, dass jährlich ein vollständiger Rechenschaftsbericht gegeben werden sollte – statutarisch festgelegt (§ 10).

Ist es wirklich zeitgemäss, vorbildlich und angemessen, wenn in unserer Gesellschaft das inzwischen zentrale Leitungsorgan, welches sich aus sich selbst heraus erweitert, ohne Legitimation durch die Mitgliedschaft und ohne eine Vereinbarung zur Rechenschaft gegenüber der Mitgliedschaft besteht? Die Antworten der befragten Mitglieder sind eindeutig.

In diesem Sinne wurde der Lenkungskreis der Mitgliederforen und die Goetheanum-Leitung angeschrieben (siehe E-Mail), denn idealerweise sollte gemeinsam, aus Mitgliedschaft und Leitung, eine Regelung entwickelt werden, die dann von der Generalversammlung bestätigt werden könnte. Nachdem die Goetheanum-Leitung bereits seit 2012 existiert und dieses Problem seit 2019 thematisiert wird, erscheint es nun doch an der Zeit zu handeln. Eine statutarische Verankerung der Goetheanum-Leitung würde zweifellos zu einer Stärkung dieses Leitungsorgans führen. Zudem könnte es zu einem erheblichen Vertrauensgewinn beitragen, wenn dies von der Goetheanum-Leitung selber so gesehen werden würde. In dem hier vorgelegten Vorschlag ist nicht alles detailliert geregelt, damit Spielraum für das Leben bleibt und sich zeigen kann, wie z.B. mit der Frage nach der Rechenschaft umgegangen wird. In diesem Sinne soll als Vorschlag der «Antrag zur Stärkung der Goetheanum-Leitung» eingebracht werden. Bereits im Vorfeld (bei einer Art Testlauf) haben insgesamt 36 Mitglieder diesen Antrag unterzeichnet. Nun ist die gesamte Mitgliedschaft zur Beteiligung eingeladen, was unter diesem Link erfolgen kann. Dort ist auch eine Unterschriftsliste herunterladbar und die Namen der bisherigen Unterstützer einsehbar, sofern sie der Veröffentlichung im Internet zugestimmt haben. Weitere Informationen: («Die Entstehung der Goetheanum-Leitung»).

Corona-Aufarbeitung

Auf die vielfach als problematisch erlebte Haltung der Leitung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und insbesondere der Medizinischen Sektion (sowie weiterer anthroposophischer Institutionen) wurde immer wieder hingewiesen – insbesondere in «Ein Nachrichtenblatt» und in unseren Rundbriefen. Angesichts dieses Verhaltens muss die Frage nach einer Aufarbeitung gestellt werden.

Zwei Drittel der Befragten sind klar der Ansicht, dass es einer Aufarbeitung bedarf. Aus den Kommentaren wird deutlich, dass auch unter denjenigen, die sich dagegen aussprechen, etliche dem Verhalten kritisch gegenüber stehen. Insofern muss uns dieses Thema schon beschäftigen.

Ein Vorschlag, was aufzuarbeiten wäre, wurde im Rundbrief 70 (August 2023) skizziert. Die Reaktionen seitens des Vorstandes beschränkten sich leider auf persönliche Kritik gegenüber dem Autor, auf die Inhalte wurde nicht eingegangen. In Folgegesprächen[1] wurde durchaus eine Aufarbeitung in Aussicht gestellt, es war sogar von einer ‹Wahrheitskommission› nach dem Vorbild in Südafrika zur Aufarbeitung der Apartheit die Rede. Eine entsprechende Ankündigung sollte noch im Dezember 2023 öffentlich erfolgen. Nach Rücksprache mit den Leitungskollegen wurde dies jedoch zurückgenommen, eine Ankündigung ist bisher nicht erfolgt. Aktuell ist die Themengruppe 8 der Mitgliederforen «Kooperationen mit WHO, One Health etc.» mit dem Vorstand im Gespräch. Die bisherigen Erfahrungen stimmen allerdings nicht optimistisch. Insofern wird voraussichtlich in den nächsten Tagen ein entsprechender Antragsentwurf vorgelegt werden. Ein einvernehmliches Vorgehen mit der Leitung würde damit nicht ausgeschlossen und wäre einer kontroversen Abstimmung an der Generalversammlung auf jeden Fall vorzuziehen.

Antrag oder Anliegen zur Vorstands-Kooption?

In Bezug auf das Kooptionsverfahren zur Vorstandsergänzung sind die Ergebnisse aus unserer Umfrage ebenfalls eindeutig: Nur 9 % halten dieses Verfahren ohne Wenn und Aber für richtig, über 80% sehen Veränderungsbedarf: 60 % halten eine Ergänzung des Verfahrens für notwendig, 19 % sind der Ansicht, das Verfahren sei einfach abzuschaffen. Auch wenn letzteres sicherlich keine wirklich sinnvolle Option wäre, ist der Wunsch nach Veränderung zumindest in dem von uns befragten Teil der Mitgliedschaft sehr gross. Es sei daran erinnert, dass das Kooptionsverfahren in dieser generellen Form keineswegs auf Rudolf Steiner zurückgeht, sondern ausgerechnet in dem Krisenjahr 1935, als Ita Wegman und Elisabeth Vreede aus dem Vorstand ausgeschlossen wurden, quasi am Bewusstsein der Mitgliedschaft vorbei unter (irrtümlicher?) Berufung auf die Weihnachtstagung eingeführt wurde («Der Ursprung der Vorstands-Kooption»). So beruht das bestehende Kooptionsverfahren in unserer Gesellschaft auf fragwürdigen Grundlagen und entspricht keineswegs einer zeitgemässen Sozialgestaltung. Auch hier besteht Heilungsbedarf. Bestünde nicht die Möglichkeit, gerade jetzt, wo wir an einem Anfang stehen, unter Partizipation der Mitgliedschaft die weiteren Geschicke unserer Gesellschaft zu gestalten, die vorgesehene Kooption z.B. zunächst auszusetzen und dieses Thema in die Mitgliederforen zur Bearbeitung einzubringen? Dies wäre eine weitere, sehr wichtige vertrauensbildende Geste, wobei die Möglichkeiten des Zusammenwirkens des Vorstands mit der Goetheanum-Leitung in keinerlei Weise beeinträchtigt würden.

In diesem Sinne wurde die Goetheanum-Leitung bereits angeschrieben (Mail vom 4. Februar 2024) – was bisher ohne Reaktion blieb.

Was kann man tun? Denkbar wäre es, an die Möglichkeit eines freiwilligen Verzichts wie hier beschrieben zu erinnern. Dies könnte ergänzt werden durch einen Antrag auf Vertagung, sofern eine Vorstandserweiterung zur Bestätigung auf die Tagesordnung gesetzt würde (ein Eventualantrag).

Denkbar wäre folgende Formulierung:

«Antrag zur Vorstandserweiterung

Angesichts der bestehenden Entwicklungsprozesse in unserer Gesellschaft auch in Bezug auf die Gesellschaftsverfassung wird der Vorstand gebeten, bis auf Weiteres von Vorstandserweiterungen im Kooptationsverfahren zu verzichten.

Die Generalversammlung möge beschliessen, die traktandierte Vorstandserweiterung bis auf weiteres zu vertagen.»

Auch hierzu könnte es in den nächsten Tagen einen konkretisierten Vorschlag geben.

Thomas Heck

[1] Es handelte sich um von Harald Jäckel moderierte Gespräche, an denen seitens des Vorstandes Ueli Hurter und Justus Wittich teilnahmen, seitens der Mitgliedschaft Eva Lohmann Heck, Jens-Peter Manfrass und Thomas Heck. Ursprünglich waren diese Gespräche von Gerald Häfner initiiert und als «Friedensinitiative» bezeichnet worden. Davon wird an anderer Stelle gelegentlich zu berichten sein.

Präsentation der Umfrage-Ergebnisse

Darstellung der Ergebnisse mit anschliessendem Gespräch

Nur online am Donnerstag, 15. Februar 2024, 20 Uhr

Anmeldung erforderlich (siehe unten)

In der Umfrage wurden aktuelle und zum Teil in den Mitgliederforen behandelte Themen angesprochen. Ca. 300 Menschen, überwiegend Mitglieder der AAG, haben sich die Mühe gemacht, den doch umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten. Bei allen Vorbehalten, die gegenüber statistischen Auswertungen berechtigt sind, lassen sich damit doch repräsentative Aussagen, bezogen auf die ca. 3.500 – 4.000 Befragten, nach den üblichen Maßstäben treffen. Die Ergebnisse werden an diesem Abend dargestellt und anschliessend veröffentlicht.

Eine Herausforderung stellen die ca. 2.000 zum Teil ausführlichen Kommentare dar, die noch einer Sichtung und einer Veröffentlichung in Auswahl bedürfen.

Ganz herzlich sei allen Beteiligten gedankt, denjenigen, die massgeblich an der Erstellung des Fragenkataloges und der Verbreitung der Umfrage mitgewirkt haben – vor allem aber sei auch denjenigen gedankt, die sich die Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen haben!


Anmeldung

3 x 33 Jahre 8. Februar 1925

Ein Schicksalsdatum der Gesellschaftsgeschichte

Vortrag mit anschliessendem und Gespräch

Nur online am Donnerstag, 8. Februar 2024, 20 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos – um freiwillige Zuwendungen wird gebeten.

Anmeldung erforderlich

Mit dem 8. Februar 1925 und der nachfolgenden Eintragung des umbenannten Bauvereins als «Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft» ins Handelsregister war die einheitliche Konstitution, wie von Rudolf Steiner beabsichtigt, abgeschlossen. Dies konnte nach zweijährige Arbeit der Kolloquien zur Konstitution einmütig von der Arbeitsgruppe festgestellt werden und ist so in der Chronolgie festgehalten worden (siehe Chronologie Seite 14, unter B 07).

Gleichzeitig sind jedoch mit diesem Geschehen um den 8. Februar 1925 die wohl wesentlichsten Verwirrungen in Bezug auf die Gesellschaftsgeschichte entstanden, mit einer bis heute bestehenden Wirksamkeit, obwohl die wesentlichen Erkenntnisse bereits Mitte der 1960er Jahre bekannt wurden.

Zum 99sten Jahrestag dieses Schicksalsdatums sollen an einigen Motiven dieses Geschehens die bis heute bestehenden Widersprüchlichkeiten angeschaut werden. Wie aber ist es möglich, dass ein hinreichend dokumentiertes Geschehen auch nach fast 100 Jahren immer noch ganz unterschiedlich bewertet wird? Gibt es möglicherweise (okkulte) Interessen, die einem unbefangenen Erkennen entgegenstehen?


Anmeldung

Die Entstehung der Goetheanum-Leitung

(Ergänzter Auszug aus dem Buch «3 x 33 Jahre Weihnachtstagung und die Krise der AAG»)

Thomas Heck, 2022/23

 English

Vorbemerkung

Wenn die heutige Goetheanum-Leitung in Verbindung gebracht wird mit der Goetheanum-Leitung, die von Rudolf Steiner in den Statuten der Weihnachtstagungs-Gesellschaft benannt wurde, so ist lediglich der Name gemeinsam, nicht aber der Ursprung und der Anlass. Die heutige Goetheanum-Leitung steht in keiner Kontinuität, sondern ist 2012 entstanden, da die Situation am Goetheanum neu gegriffen werden musste aus einer krisenhaften Situation. So entstand ein neues Organ, welches «im Oktober 2012 auch formal gegründet wurde, unter uns.» «Mit der Gründung und der Einsetzung der Goetheanum-Leitung ist diese Gesamtverantwortung für das Goetheanum, die Gesellschaft und die Hochschule an die Goetheanum-Leitung übergegangen.»[1]

Da es sich um ein neugegründetes Organ handelt, ist es verwirrend, wenn in §3 der Statuten der AAG der Eindruck entsteht, die heutige Goetheanum-Leitung stehe als Organ in einer Nachfolge oder einem Zusammenhang mit dem, was in den Statuten der Weihnachtstagungs-Gesellschaft gemeint war: «Die im Gründungs-Statut genannte Goetheanum-Leitung umfasst die Vorstandsmitglieder sowie die Leitenden der einzelnen Sektionen der Hochschule, die sich ihre Arbeitsformen selber geben.» (Hinzu kommt, dass es sich bei den hier mit ‹Gründungstatut› bezeichneten Statuten von 1923 keinesfalls um das Gründungsstatut der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) handelt, denn diese wurde bereits 1912 gegründet.)

Der Vorlauf im Jahr 2011

Es ist erstaunlich, wie sich in gewisser Weise wiederholen sollte, was bereits 2001/2002 geschah – jetzt nach den Umlaufszeiten geschichtlicher Ereignisse korrespondierend mit der Gesellschaftsgründung von Köln 1912. Wieder boten sich Möglichkeiten der Erneuerung, und das Geschehen war charakterisiert durch zahlreiche Mitglieder-Anträge zur Generalversammlung. Die Antragsteller, die sich für die Gesellschaft engagierten, wünschten mehr Mitsprachemöglichkeiten und sahen das autoritäre Wirken des Vorstandes als unzeitgemäss und unangemessen an.

Misstrauensantrag und Umgestaltung der Vorstandsituation

Besonders ein Misstrauensantrag (Antrag 2.1), verbunden mit der Absicht, die gesamte Vorstandssituation neu zu gestalten, stand im Mittelpunkt und beschäftigte die Mitgliedschaft und die Gesellschaftsleitung bereits Monate vor der Generalversammlung.

Nachfolgend der Versuch eines (unvollständigen) Überblicks über die ausführliche Begründung dieses Misstrauens- und Umgestaltungsantrags:

Deutlich wurde zum Ausdruck gebracht, dass in dem Wirken des Vorstandes eine zunehmende Veräusserlichung und ein sich Orientieren an erhoffter Anerkennung durch die nichtanthroposophische Aussenwelt gesehen wurde. Es würden keine originären Impulse mehr erarbeitet und anthroposophische Kernanliegen und Aufgaben an den Rand gedrängt. So seien ganze Sektionen wegen personeller Entlassungen nur noch eingeschränkt tätig. Im Bereich der Kunst seien durch Kündigungen schwere Einschnitte erfolgt (Kündigung des Bühnenensembles, Abbau der Sprachausbildung), und im Bereich der bildenden Künste sei die ganze Sektion 2010 stillgelegt worden. Der Verwaltungsapparat sei zu gross, von den 6 Vorständen leite nur noch Paul Mackay eine Sektion, dessen Intention allerdings dahin gehe, diese in eine von aussen gesteuerte Plattform umzugestalten. Das wöchentliche Nachrichtenblatt sei ohne vorherige Konsultation und ohne Beschluss der GV quasi abgeschafft und die [schon 2001 als ungenügend empfundene][2] interne Kommunikation damit massiv reduziert worden. Viele hätten sich aufgrund des Vertrauensverlustes in die Gesellschaftsleitung von der Gesellschaft abgewendet und ihre Unterstützung (auch Spenden) entzogen. Weiterhin wurde die Konzentration der Entscheidungsbefugnis auf wenige Personen kritisiert (Paul Mackay und Bodo von Plato). Es wurde die Machtkonzentration insbesondere bei Paul Mackay thematisiert sowie die Einflussnahme des Vorstandes in Angelegenheiten der Hochschule. Mit Blick auf die Finanzen wurde die zurückgehende Spendenbereitschaft aufgrund des Vertrauensverlustes benannt sowie die Absicht, mittels einer ‹Goetheanum-Stiftung› Finanzmittel aus Finanzmarktgeschäften zu generieren. Erwähnt wurde auch der fragwürdige Vorgang des Verkaufes der Weleda-Partizipationsscheine an einen Investor. Und es wurde darauf hingewiesen, dass dem Vorstand die Entscheidungsgewalt über den Weleda-Aktienbesitz an der GV 2010 entzogen wurde.

Als Gegenreaktion auf diesen «Abwahlantrag» wurde vom Vorstand vorgeschlagen, die Amtszeit für Vorstände zukünftig auf 7 Jahre zu begrenzen, mit der Möglichkeit, sich jeweils neu bestätigen zu lassen. Dieser Vorschlag wurde von Paul Mackay und Bodo von Plato mit besonders hehren Zielen begründet: So sollten «… die Mitglieder verstärkt in die Verantwortung einbezogen werden»[3] und: «Es geht darum, dass wir ein neues soziales Feld entwickeln. Damit ist gemeint, dass die Mitglieder mehr einbezogen werden.»[4] Sowie: «Gern möchten wir die Zusammenarbeit der Mitglieder mit den Verantwortungsträgern verstärken, sodass die Gesellschaft zum Partner des Vorstands wird und sich nicht als Gegenüber versteht.» Und weiter: «Es geht darum, dass wir ein neues soziales Feld entwickeln. Damit ist gemeint, dass die Mitglieder mehr einbezogen werden. Das heißt, dass es nicht nur um einen Initiativvorstand geht, sondern auch um eine Initiativgesellschaft. Eine Initiativkultur zu entwickeln ist eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft.»[5] Man hatte im Vorstand gemerkt, «dass es ein Grundbedürfnis der Mitglieder ist, mehr in die Geschehnisse der Gesellschaft und ihre Gestaltung einbezogen zu werden. Rudolf Steiner hat die Mitglieder aufgerufen, tätige Mitglieder zu werden. Wenn dies gelingt, darf die Anthroposophische Gesellschaft als eine Initiativgesellschaft aufgefasst werden. Jedes Mitglied ist eingeladen, seinen spezifischen Beitrag dazu zu leisten. Es entsteht eine gesellschaftliche Kraft, die mehr ist als die Summe der Mitglieder. Eine Kraft, die in der Lage ist, ‹Berge zu versetzen›! Und wäre es nicht ein wunderbares Jubiläumsgeschenk an Rudolf Steiner, diese Kraft verstärkt ins Leben zu rufen?»[6] (Paul Mackay in «Anthroposophie weltweit» 9/11.)

Diese angeblichen Ziele erwiesen sich schon durch das nachfolgende Verhalten der Leitung als leere Versprechen. Als geradezu taktisches Lügengebäude offenbarten sich diese durch Paul Mackays öffentliches Eingeständnis, als er 2019 zur Begründung seines Antrages zur Aufhebung dieser Amtszeitbeschränkung vorbrachte, dass deren Einführung 2011 lediglich eine (mögliche Über-) Reaktion auf den damaligen Abwahlantrag gewesen sei! Weiter führte er aus, dass schon regelmässig eine Besinnung auf die Vorstandstätigkeit erfolgen solle, allerdings ohne die Mitgliedschaft einzubeziehen, denn nur im Kreis der Goetheanum-Leitung und der Konferenz der Generalsekretäre sei eine Beurteilung der Vorstandstätigkeit möglich.[7]

Die Goetheanum-Leitung entsteht (2012)

Mit der Goetheanum-Leitung wurde der AAG ein Leitungs-Organ hinzugefügt, welches statutarisch im Grunde nicht existiert: Es wird zwar in den Statuten erwähnt, nicht jedoch, welche Aufgaben es hat, wie die Verantwortlichkeiten sind, nichts über die Verfahren der Bildung und schon gar nichts über eine Rechenschaftspflicht. Und an genau dieses Organ hat der Vorstand seine Gesamtverantwortung für die Hochschule, das Goetheanum und die Gesellschaft1 übertragen – jedoch ohne eine Rechenschaftspflicht gegenüber der Mitgliedschaft.

Welch ein Gegensatz zu den vorjährig verkündeten Zielen.

Von Rechenschaft und Transparenz ist in der Geschäftsordnung (die erst 7 Jahre später veröffentlicht wurde[8]) durchaus die Rede, allerdings nur innerhalb der Goetheanum-Leitung! Untereinander sollen Rechenschaft und Transparenz gepflegt werden, gegenüber der Mitgliedschaft ist dies nicht vorgesehen, die Mitgliedschaft kommt in der Geschäftsordnung im Grunde gar nicht vor. So wird deutlich, dass das, was Paul Mackay ebenfalls sieben Jahre später offenbarte (siehe Seite 2), schon 2012 systematisch in der Geschäftsordnung der Goetheanum-Leitung festgeschrieben wurde.

«Die Arbeitsweise der Goetheanum-Leitung im Hinblick auf die Leitung der Hochschule und der Sektionen sowie der Anthroposophischen Gesellschaft wird in Transparenz und gegenseitiger Rechenschaftspflicht wahrgenommen und jährlich evaluiert.»[9]

Wie die Goetheanum-Leitung ihr Verhältnis zu den Mitgliedern sieht, wird aus einer unveröffentlichten Beschreibung des Projektes «Goetheanum in Entwicklung» aus dem Jahr 2017 deutlich:

«Ein wesentliches Ziel aller genannten Projekte ist es, innerhalb von drei Jahren die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Goetheanum zu erreichen. Die Basis dafür ist das Vertrauen in das Goetheanum und seine Entwicklung. Ein wichtiger Impuls ist in diesem Zusammenhang die Initiative einer verstärkten Pflege der Beziehung zu den Mitgliedern. Denn noch immer bleiben weiterhin die Mitgliederbeiträge eine wesentliche Grundlage der Finanzen.» (Fette Hervorhebungen im Original! Unterstreichung TH.)

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Goetheanum-Leitung – im Verbund mit den Landesvertretern – als die eigentliche Gesellschaft versteht. Von einer Partnerschaft mit der Mitgliedschaft, von «einem neuen sozialen Feld», davon, dass «die Mitgliedschaft mehr einbezogen wird», von einer «verstärkten Pflege der Beziehung zu den Mitgliedern», von dem Vertrauen als Basis ist in der Geschäftsordnung einfach nichts zu finden. Die Gestaltungsprozesse für die Bildung der Goetheanum-Leitung fanden im Jahr 2011 statt, genau in dem Jahr, als die Amtszeitbegrenzung der Mitgliedschaft mit hehren – jedoch offensichtlich nur vorgetäuschten – Absichten schmackhaft gemacht worden war, denn in Wirklichkeit wollte man eine Abwahl verhindern. Durch das Eingeständnis Paul Mackays im Jahr 2019 wurde deutlich, dass schon der Bildungsprozess dieses Organs mit unwahren Darstellungen gegenüber der Mitgliedschaft verbunden war. Keine günstigen Voraussetzungen für eine anthroposophische Gesellschaft, vielmehr eine ernsthafte Belastung. Die offizielle Einführung der Goetheanum-Leitung erfolgte dann 2012, 100 Jahre nach der Gesellschaftsgründung in Köln!

Thomas Heck, 30. Januar 2024

[1] Ueli Hurter in einem Vortrag vom 11. Dez. 2023.

[2] Anmerkung TH.

[3] «Dokumentation der Anträge», AWW 3/2011.

[4] «Ein neues soziales Feld entwickeln», AWW 5/2011.

[5] Paul Mackay in «Anthroposophie weltweit» 5/11

[6] Paul Mackay in «Anthroposophie weltweit» 9/11.

[7] Nur im Internet: https://www.goetheanum.org/fileadmin/kommunikation/GV_2019_Antraege.pdf (letzter Zugriff: 1. Jan. 2024).

[8] Auf den letzten Seiten des Jahresberichtes 2019, der heute nicht mehr verfügbar ist. Zudem war die Geschäftsordnung kurz zuvor noch modifiziert worden. Inzwischen hat es lt. Justus Wittich weitere Änderungen gegeben, die der Mitgliedschaft jedoch unbekannt sind.

[9] Jahresbericht 2018/19, S. 42.

Aufzeichnungen Kruse-Martin

 WHO – Pandemievertrag und Internationale Gesundheitsregeln (IHR)

Die Entwicklungen der Pandemievertrage und der Internationalen Gesundheitsregeln werden vielfach als Bedrohung der Freiheiten und der Grundrechte der Menschheit erlebt. Diese Problematik wird von den Mainstream-Medien weitgehend ignoriert und sowohl in der nationalen als auch in der europäische Politik werden z.T bereits vorauseilend die Voraussetzungen geschaffen zur Umsetzung der neuen Regelungen. Für den Fall, dass die aktuellen Entwürfe auch nur ansatzweise verbindlich werden, wird der WHO eine beispiellose Macht zugewiesen und man kann zu Recht davon sprechen, dass eine Gesundheitsdiktatur droht.

Da bereits im Mai 2024 sowohl über den Pandemievertrag als auch über die Gesundheitsregeln in der Gesundheitsversammlung der WHO abgestimmt werden soll, ist es höchste Zeit, sich diesem Thema zuzuwenden und – gemeinsam mit anderen Akteuren – sich aktiv dafür einzusetzen, dass diesen Verträgen nicht zugestimmt wird.

In den nachfolgenden aufgezeichneten Ausführungen des Schweizer Rechtsanwaltes Dr. Philipp Kruse und des amerikanischen Unternehmers David E. Martin werden die problematischen Aspekte sowohl dieser Verträge als auch der WHO selber deutlisch aufgezeigt.

Vortrag von Philipp Kruse

Aufzeichnung vom 24. September 2023

Gespräch mit Philipp Kruse und Beiträge von
Dr. med. Christian Pfeffer und Ronald Templeton

Vortrag von David E. Martin

Aufzeichnung vom 12. September 2023

Ort: Eurythmeum Aesch – Schweiz

Aus dem EU-Parlament Strassburg

Aufzeichnungen vom 13. September 2023

Dr. David E. Martin und Dr. Philipp Kruse

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