Abschlussunterlage zur Corona-Aufarbeitung
Inhalt
Voraussetzungen
Aspekte zur Aufarbeitung
Anlage I: Rudolf Steiner zur Impfung und zur Ansteckung bei Pocken
Anlage II: Corona-Verhalten und WHO-Zusammenarbeit
Anlage III: Weitere Nachweise
Anlage IV: Korrespondenz mit Georg SoldnerÂ
Zusammengestellt von Thomas Heck
Stand 9. Juni 2024
- Okt. 2024:
redaktionell überarbeitet und mit den
Stellungnahmen der Medizinischen Sektion (Karin Michael) ergänzt:
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Voraussetzungen
Aus dem Beschluss zur Corona-Aufarbeitung (Mitgliederversammlung 4, Antrag 16):
«Als Orientierung für diese Aufarbeitung sollen die – ggf. zu erweiternden – Aussagen und Darstellungen der Antragsbegründung dienen. Zu prüfen ist, inwieweit diese den Tatsachen und dem tatsächlichen Geschehen und Verhalten der Verantwortlichen entsprechen.»
Dabei sind verschiedenen Beurteilungen, Aussagen und Handlungsweisen im Zeitablauf miteinander zu vergleichen und entsprechend den jeweils verfügbaren Kenntnisständen zu bewerten – auch in Bezug auf den Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und der Leitung der Freien Hochschule.
Ziel einer gemeinsamen Aufarbeitung mit der Leitung müsste ein Dokument sein, aus dem die jeweiligen – gemeinsamen bzw. voneinander abweichenden Sichtweisen bzw. Beurteilungen entnommen werden können. Ggf. notwendig wäre:
- Ein Eingeständnis evtl. Fehler oder Irrtümer und eine Darstellung, wie mit zukünftigen Situationen umgegangen werden soll, soweit das im Voraus möglich ist.
- Unzutreffende Vermutungen und Beurteilungen wären zurückzunehmen.
- Es ist darzustellen, welche Konsequenzen seitens der Verantwortlichen bereits gezogen wurden.
Auch wenn der Schwerpunkt unseres Klärungsversuches in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (Gesellschaft und Hochschule) liegt, kann der Einbezug der institutionalisierten Anthroposophischen Medizin aufgrund der zahlreichen personellen Verflechtungen insbesondere der Leitungspositionen sinnvoll und notwendig sein.
Vorbemerkung (Karin Michael):
Georg Soldner und Matthias Girke beteiligen sich nicht mehr an einem Austausch zur Aufarbeitung der Coronazeit. Daher werden wir Fragen, die sich an sie direkt richten, hier nicht mehr beantworten können.
Aspekte zur Aufarbeitung
Nachfolgend der Versuch, die zentralen Aspekte aus der Antragsbegründung zu benennen.
- Aussage: Seitens der Medizinischen Sektion und des Goetheanums war eine offene wissenschaftliche Auseinandersetzung im Sinne eines freien Geisteslebens nicht ermöglicht worden. Andersdenkende kamen nicht zu Wort, konnten über die Gesellschafts- und Hochschulmedien nicht kommunizieren und wurden z.T. als Verschwörungstheoretiker diskreditiert. Hinweise, die die Ansichten der Sektionsleitung in Frage stellten, wurden nicht aufgenommen.
Beispiele und Verweise: Hinweise zur Virentheorie, den offiziellen Narrativen widersprechende Aussagen, Rudolf Steiners zur Verbreitung von viralen Erkrankungen. (div. Rundbriefe und ENBs, Punkte 2,3,4.)
Stellungnahme der Leitung:
Seitens der Medizinischen Sektion haben wir uns für zukünftige Krisensituationen oder offene Erkenntnisfragen vorgenommen, den Grundsatz der Multiperspektivität zu pflegen. D. h. so lange keine gesicherten Erkenntnisse über einen medizinischen Tatbestand vorliegen, werden möglichst viele verschiedene Phänomene im Sinne der goetheanistischen Forschung zusammengetragen und in Betracht gezogen. Theorien und individuelle Wahrnehmungen werden vorurteilsfrei aufgenommen und nach geistes- oder naturwissenschaftlichen Beweisen oder Widerlegung geforscht.
- Aussage: Die Haltung Andersdenkender in der Goetheanum-Leitung war offensichtlich davon geprägt, sich in die Sichtweisen der Medizinischen Sektion (MS) nicht einzumischen. In diesem Sinne wurden von der Sektionsleitung der MS abweichende Ansichten nur sehr zurückhaltend geäussert – wenn überhaupt. Auf die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Sinne einer Selbstregulierung innerhalb der Hochschulleitung wurde offensichtlich aus Gründen der Solidarität verzichtet.
Beispiele und Verweise: Dies zeigte sich allein schon aus der Tatsache, dass keine anderen Ansichten von Leitenden gleichwertig verlautbart wurden. Des Weiteren verifiziert sich dies einerseits aus konkreten persönlichen Gesprächen, inhaltlich aus dem Buch «Perspektiven und Initiativen…» der Goetheanum-Leitung (Mai 2020) und andererseits einem Artikel von Peter Selg (siehe «Politisch absolut korrekt» in Der Europäer, Nr 12, 2020). Der zugrundeliegende Artikel «Eine medikalisierte Gesellschaft» erschien zuerst in der Zeitschrift «Kernpunkte» in einer deutlich kritischeren Version als dann in dem Buch der Goetheanum-Leitung.
Stellungnahme der Leitung:
Im Sinne der Multiperspektivität erwarten wir unterschiedliche Wahrnehmungen aus unseren Sektionsbereichen. Freiheit im Geistesleben ist Ziel unserer Hochschule. In einer (ggf. akuten oder in ihren Folgen noch unüberschaubaren) Krisensituation Differenzen intern zu halten und nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, kann gemeinsamer Beschluss sein, eine Unterdrückung andersartiger Meinungen wird von uns jedoch abgelehnt.
- Aussage: Zur Virus-Theorie.[1] Die Theorie des Virus als primärer Krankheitserreger wurde fraglos übernommen, obwohl ein naturwissenschaftlicher Nachweis bis heute nicht existiert und Rudolf Steiners Angaben deutlich zum Ausdruck bringen, dass die sog. viralen Erkrankungen nicht primär durch Krankheitserreger verursacht werden (z.B. Pocken: «… Nur sollte man nicht so leichtsinnig sein, just immer gleich an physische Vermittlung zu denken bei der Übertragung.»). Auch das Phänomen der Ansteckung sei nicht durch einen physischen Krankheitserreger verursacht.
Beispiele und Verweise: (siehe auch Anlage I) Georg Soldner behauptete in dem Livestream am 10. März 2021, dass es einen naturwissenschaftlichen Virus-Nachweis für SARS-CoV2 gäbe. Er verwies auf Nachfrage auf eine Studie, die jedoch den Anforderungen eines Nachweises in keinster Weise entsprach (Rundbrief 29). Siehe auch Anlage III und IV.
Stellungnahme der Leitung:
Die Wechselwirkungen von Erreger, Milieu und Individuum sind heute nicht nur in der Anthroposophischen Medizin anerkannt und erscheinen sachgemäß.
Virusdarstellungen (Elektronenmikroskop) und indirekte Nachweise sind heute zahlreich vorhanden. (https://de.wikipedia.org/wiki/Virologische_Diagnostik )
Viren sind nur phänomenologisch in der ärztlichen Praxis nachweisbar. Wir erleben bestimmte Krankheitsentitäten wie Masern, bei denen wir durch einen PCR-Test positive Nachweise von genetischen Sequenzen, die immer wieder dann in unseren Blut- oder Sekretproben positiv sind, wenn die Erscheinungen passend vorliegen. Sie können aber auch vorliegen, wenn keine Erkrankungssymptome sie begleiten (sog. stille Feiung). Dadurch, dass die Labornachweise tausendfach zum Krankheitsbild passen, müssen wir das Vorhandensein dieser DNA- oder RNA-Sequenzen nicht in Frage stellen. Da wir aber nie mit bloßem Auge diese winzigen Strukturen werden sehen können, bleibt das ein indirekter Nachweis. Elektronenmikroskope und die neuere Kryo-Elektronentomographie – eine Methode, mit der man hochauflösende Bilder von Biomolekülen und deren Strukturen machen kann – weisen bei spezifischen Erkrankungen spezifische Darstellungen nach.
Das hindert nicht das Bild, dass das Krankheitswesen durch diese direkten oder indirekten Nachweise von Strukturen nicht hinlänglich beschrieben ist. Es bleibt, dass die Disposition und vermutlich die Art der Begegnung mit einem Krankheitswesen viel mehr Ebenen hat als die physische. Was uns krank machen kann und warum wir anfällig sind, ist damit nicht hinlänglich beschrieben. Wenn ein erfahrener Imker im Bienenschwarm steht und nicht gestochen wird, während ein ängstlich fuchtelnder Mensch neben ihm 10 Stiche erhält, hat das auch nicht nur mit der An- oder Abwesenheit der Bienen zu tun. Analog kann man sich vorstellen, dass unser bewusstes oder unbewusstes Verhältnis zu (viralen und anderen) Krankheiten uns mehr oder weniger anfällig für sie macht.
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- Aussage: Rudolf Steiner und Pockenimpfung. Die Behauptung, Rudolf Steiner habe sich aus freier Entscheidung – und weil er dies medizinisch für sinnvoll hielt – gegen Pocken impfen lassen, hält einer sachlichen Überprüfung nicht stand. Tatsächlich bestand im Deutschen Reich – anders als in Österreich – eine gesetzliche Impfpflicht gegen Pocken, die insbesondere im Falle eines Ausbruches ggf. auch polizeilich durchgesetzt wurde. Dieser Aspekt betrifft sowohl die erfolgte Pockenimpfung als auch seine Ausführungen in der Arbeitsbesprechung mit praktizierenden Ärzten vom 22. April 1924 in GA 314, Seite 286ff. («… dann muss man eben impfen», «… das fanatische Sichstellen gegen diese Dinge …»). Letzteres ist von Rudolf Steiner ausdrücklich nicht medizinisch gemeint und bekommt unter dem Hintergrund der Impfpflicht einen anderen Duktus als den, der offiziell verbreitet wurde.
Durch die Verlautbarungen der Medizinische Sektion und anderer Institutionen musste und sollte offensichtlich der Eindruck entstehen, dass Rudolf Steiner Impfungen grundsätzlich befürwortet habe. Frage: Gibt es überhaupt Aussagen Rudolf Steiners, dass Impfungen gegen Krankheitserreger sinnvoll sein könnten?
Beispiele und Verweise: Insbes. Rundbriefe 28 u. 29, GA 314 wie oben angegeben. Artikel von W. Held, Zitate Trosche, IVAA, Korrespondenz mit G. Soldner (Anhang IV).        Â
Stellungnahme der Leitung:
https://www.keystone-sda.ch/de/w/rudolf-steiner-war-kein-impfgegner :
Auf die Frage, wie die Anthroposophie über die Impfung als Schutzmittel gegen Epidemien urteile, soll Rudolf Steiner im Jahr 1921 geantwortet haben: «Es kann in manchen Fällen gezeigt werden, dass ein solcher Erfolg, wie er erzielt werden soll durch die Impfung – also zum Beispiel durch die Blatternimpfung – ja auch tatsächlich erreicht worden ist. Es besteht immerhin die Tatsache, dass die Infektionskrankheiten weitgehend eingeschränkt worden sind durch die mehr äusserlichen, mehr hygienischen Massregeln, die ja notwendig geworden sind, und durch die Schutzimpfung.»
Was nun die Impfung, was hygienische Maßnahmen und was vielleicht eine andere stärkende Entwicklung des Menschen zur Überwindung eines Krankheitswesens beitragen kann, muss in jedem Einzelfall bezüglich Mensch und Krankheitswesen angeschaut werden. Was auch immer Rudolf Steiner damals zu einer Impfung bewogen hat, kann auf dem Hintergrund seiner Menschenkunde und Anthroposophie nicht als generalisierbare Empfehlung für andere verstanden werden.
Eine einfache und generalisierende Antwort auf Impffragen erscheint uns nicht heilsam. (siehe auch Punkt 7.)
- Aussage: Einseitige und zu frühe Festlegung der Krankheit als Zoonose.
Für diese Annahme gibt es keine Belege und es muss die Viren-Theorie zugrunde gelegt werden. Weiter widerspricht diese Annahme Rudolf Steiners Hinweisen. (Bei Bedarf weiter auszuführen.)
Stellungnahme der Leitung:
Auch wenn manche die Zoonose-Theorie bis heute aufrechterhalten, sprechen unseres Erachtens mehr Indizien für einen Laborursprung. Zu diesen Indizien zählt, dass die Signaturen der weltweiten nervösen Reaktionen auf das Auftreten von COVID-19 mehr zu einem Biowaffenangriff als zu einem Coronavirus-assoziierten Geschehen passen. In Wuhan befindet sich das größte Coronavirus-Forschungslabor weltweit. Zudem wurde kein Wirtstier nachgewiesen.
- Aussage (Frage): Gab es überhaupt eine Pandemie? – siehe hierzu die Korrespondenz Georg Soldners mit Herbert Ludwig in ENB 16 und 17/2023. (Bei Bedarf weiter auszuführen.)
Stellungnahme der Leitung:
Über die Definition einer Pandemie besteht Uneinigkeit. Für uns heute wesentlicher erscheint, dass es ein weltweites Geschehen gab, welches die Menschheit geprägt und verändert hat. Wir halten es daher für eine der wichtigsten Fragen, die es weiter zu bearbeiten gilt, was die Folgen sind und wie sie positiv zu verwandeln sein werden. Ein beträchtlicher Teil bezieht sich auf Kindheit und Jugend und Bedingungen für eine gesunde Entwicklung heute. …
- Aussage: Das Wesen der Impfung wurde nicht thematisiert, auch nicht die Wirkungen auf die höheren Wesensglieder des Menschen.
Beispiele und Verweise: Dass es diese Wirkungen gibt, geht schon aus Rudolf Steiners Aussage zur Pockenimpfung hervor (der Mensch werde mit einem Phantom durchkleidet … GA 314, S 287f). Noch deutlicher ist der Hinweis, dass man einen Impfstoff finden wird, «durch den der Organismus so bearbeitet wird in möglichst früher Jugend, möglichst gleich bei der Geburt, daß dieser menschliche Leib nicht zu dem Gedanken kommt: Es gibt eine Seele und einen Geist.» (GA 177, S. 97f.)
Stellungnahme der Leitung:
Seitens der Medizinischen Sektion vertreten wir nach jetzigem Kenntnisstand die Ansicht, dass bezüglich jeglicher Impfung (oder mRNA-Injektion) eine individuelle Impfentscheidung nach individueller Impfberatung der richtige Weg im Sinne der Anthroposophischen Medizin ist. Eine kategorische Ablehnung von Impfungen ergibt sich uns aus der Anthroposophie heraus nicht, eine kritische Haltung u. a. aufgrund der hier angeführten Äußerungen jedoch durch aus.
- Aussage: Forschungsdefizit Krankheitsverursachung und Ansteckung. Weiter besteht offensichtlich ein erhebliches Forschungsdefizit in Bezug auf die vermutete Krankheitsverursachung (Viren) und den Übertragung- / Ansteckungsvorgang. Die übernommenen offiziellen Vorstellungen sind nicht bzw. ungenügend wissenschaftlich belegt (Virentheorie einerseits und ein (von der deutschen Politik) eingestandenes Nichtwissen, wie die Ansteckungen Zustandekommen). Zudem widersprechen diese Ansichten Rudolf Steiners Aussagen (moderner Aberglaube an Krankheitserreger).
Beispiele und Verweise: Siehe div. Rundbrief, ENBs, Links im Anhang, das Buch «Viruswahn» u.a.
Generell stellt sich die Frage, inwieweit die Prozesse, die aufgrund des Kontaktes mit Viren zur Erkrankung führen sollen, sowie die (vermuteten?) Wirkungen und Prozesse, die mit Viren, Spikes, Antikörpern u.a. zusammenhängen sollen, tatsächlich naturwissenschaftlich nachgewiesen sind – oder ob es sich um Theorien, Vorstellungen bzw. Vermutungen handelt, um eine „ausgedachte Welt“[2] , in die man eindringt, wenn „man in Trägheit das Erkennen fortrollen läßt, um allerlei mechanistische, atomistische, molekularistische Weltbilder ins Metaphysische hinein auszudenken.“       [3]
Der Verweis auf einen angeblich oder tatsächlich bestehenden wissenschaftlichen Konsens ersetzt keinen Beweis, die diesbezüglichen Irrtümer in der Geschichte sind bekannt. Deutlich wird der Boden der Wissenschaften verlassen, wenn diejenigen, die diese Fragen stellen, als «Virenleugner» bezeichnet werden, denn zum Begriff des ‹Leugners›, gehört der Begriff des ‹Gläubigen›. Zur Klarstellung: Es wird nicht behauptet, es gäbe keine Viren – es wird aber hinterfragt, ob diese die primären Krankheitsverursacher sind. Dies insbesondere auf dem Hintergrund Rudolf Steiners Angaben.        Â
Stellungnahme der Leitung:
Die Wechselwirkungen von Erreger, Milieu und Individuum (mit seiner Konstitution und seinem Schicksal) sind heute nicht nur in der Anthroposophischen Medizin und Naturwissenschaft anerkannt und erscheinen sachgemäß. Man beachte hierzu beispielsweise die vielen Arbeiten zum Mikrobiom u. a. von Thomas Hardtmuth und das Forschungsfeld der Psychoneuroimmunologie.
- Aussage: Es wurden Impfempfehlungen ausgesprochen. Die folgende Verlautbarung sowie die von anderen Institutionen der Anthroposophische Medizin sind klare Impfempfehlungen: «Die IVAA und die Medizinische Sektion am Goetheanum begrüßen die Entwicklung verträglicher und wirksamer Impfungen gegen Sars-CoV-2 in der Hoffnung, dass sie eine zentrale Rolle in der Überwindung der Covid-19 Pandemie spielen werden.» vom 12. Jan. 2021. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man immer für einen freien Impfentscheid plädiert habe.
Steht diese, am 12. Jan. 2021 geäusserte Aussage, gänzlich im Widerspruch zu dem, was Georg Soldner am 19. Aug. 2023 in einem E-Mail schrieb? Demnach habe die Medizinische Sektion eine Woche vor dieser Empfehlung (am 4. Jan. 2021) in einer wissenschaftlichen Publikation im Zusammenhang mit den «Impfungen» «bereits von möglichen Todesfällen durch die Impfung» gesprochen und «dass diese Impfungen voraussichtlich keine Ansteckungen verhindern würden.»[4] Georg Soldner hatte sich beklagt, dass diese Studie bewusst verschwiegen worden wäre – er konnte sie jedoch auf Nachfrage nicht vorlegen. War dies am 19. Aug. 2023 eine Schutzbehauptung oder gibt es diese Publikation tatsächlich?
Anmerkung: Es ist davon auszugehen, dass sich im Vertrauen auf die quasi ‹offizielle› Aussage der Medizinischen Sektion und aufgrund der Tatsache, dass die kritischen Stimmen aus der Goetheanum-Leitung und auch aus dem Kreis der Ärzteschaft nicht kommuniziert wurden, sehr viele Menschen haben impfen lassen. Hier stellt sich die Frage nach der Verantwortung, die sich aus den positiven Äusserungen – bis hin zu Empfehlungen – ergibt. Auch muss die Frage gestellt werden, ob bei einer wirklich differenzierten Haltung der Verantwortlichen und einer zugelassenen offenen und freien Auseinandersetzung zu diesen Fragen um Corona und die Impfungen, z.B. an dem anthroposophischen Krankenhaus Havelhöhe in Berlin die Entscheidung zur Einrichtung eines Impfzentrum hätte getroffen werden können – mit immerhin über 150.000 Impfungen. Wie bringt man dies in Einklang mit der Aussage G. Soldners, man habe am 4. Jan. 2021 bereits vor der Impfung gewarnt? Heute beschäftigt man sich in Berlin mit den Impffolgen – und fordert eine Aufarbeitung, mit dem Hinweis: «Behauptungen, die damals einfach getan wurden, waren nicht … gedeckt!» (nach unten rollen, Video mit Harald Matthes). Galt das nicht auch für Aussagen unserer Verantwortlichen?          Â
Stellungnahme der Leitung:Â Â Â Â
Für die Medizinische Sektion: Wir hoffen nicht, dass sich jemand im Vertrauen auf Aussagen der Medizinische Sektion allein hin hat impfen lassen. Wenn doch, täte uns dies aufrichtig leid. Für die Zukunft verweisen wir nochmals dringend auf die Stellungnahme unter Punkt 7, zu der unseres Erachtens auch das oben genannte Papier vom 12. Januar 2021 im weiteren Verlauf kommt. (ZITAT: ggf…..) Der hier zitierte Satz aus diesem Artikel war damals für kritisch denkende Wissenschaftler*innen und viele Laien schon nicht haltbar, entspricht jedoch der Hoffnung der Mehrheit der Menschen zu diesem Zeitpunkt. Nach heutigen Erkenntnissen wissen wir, dass die COVID19-mRNA-Impfung gravierende und auch tödliche Folgen haben kann. Verlässliche und genaue Datenerhebungen dazu sind uns bis heute nicht bekannt.
- Frage: Könnte der während der Corona-Zeit laufende Anerkennungsprozess der Ausbildungsstandards (Benchmarks) das öffentliche Verhalten der Verantwortlichen der Anthroposophische Medizin in Bezug auf die Corona-Impfung in dem Sinn (bewusst oder unbewusst) beeinflusst haben, dass man nicht als Impfkritiker gelten wollte, da dies der WHO-Strategie widersprochen und den Anerkennungsprozess hätte in Frage stellen können?
Begründung und Verweise: Siehe hierzu Anlage II. Insgesamt muss die Frage gestellt werden, inwieweit die Verantwortlichen noch unabhängig waren, oder ob diese Kooperationsprozesse und der Wunsch nach Anerkennung durch die WHO nicht eine wesentliche Rolle gespielt haben in der Frage, wie man sich zu diesen neuartigen Impfungen stellt. Die von Georg Soldner mitverantwortete Aussage:
«Es besteht die Befürchtung, dass die Anthroposophie von Seiten des Staates und der Medien in eine Ecke gestellt wird, die nicht dem entspricht, wofür sie steht. Die Goetheanum-Leitung sucht daher mit ausgesuchten und anerkannten internationalen Einrichtungen zu kooperieren, wodurch sich positive Synergieeffekte ergeben könnten.»       Â
wurde nie dementiert oder zurückgenommen. Ähnliche Aussagen siehe Anhang II        Â
Stellungnahme der Leitung:
Das Ideal der Freiheit im Geistesleben galt für die Medizinische Sektion damals wie heute. Keine Institution – auch nicht eine mächtige wie die WHO – soll unsere Gedanken und Erkenntnisse beeinflussen und Äußerungen zu Erkenntnissen verhindern.
Dass wir im Umgang mit den zahlreichen Angriffen jedoch klug sein sollten (unnötige Provokationen vermeiden) und uns in unseren Äußerungen auch bemühen, uns nicht nur bei anthroposophisch gebildeten Menschen verständlich zu machen, steht dazu nicht im Widerspruch.
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Anlage I
Rudolf Steiner zur Impfung und zur Ansteckung bei Pocken
Frage: Welches sind die Bedingungen für das Zustandekommen einer Pockenepidemie? Es scheint, daß diese Krankheit ihren bösartigen Charakter eingebüßt hat. Ich habe solche Fälle beobachtet.
Was sagt die Geisteswissenschaft zur Impfung?
Bei dieser Sache, wie bei der Pockenkrankheit, hat man es bei den einzelnen Menschen zu tun mit einem starken Zurücktreten der Ich-Organisation von allen drei anderen Menschenleibern, sowohl von dem physischen wie dem Äther- und dem Astralleibe. Dieses starke Zurücktreten, dieses Schwachwerden der Ich-Organisation, das kann darauf beruhen, daß der Mensch gewissermaßen hineinschlüpft stark mit seinem gegenwärtigen Ich in die Iche der früheren Erdenleben; und es ist dadurch eine starke Affinität der Ich-Organisation überhaupt zur geistigen Welt vorhanden. Und merkwürdig bei Pockenkrankheit ist, daß da eine gewisse Ähnlichkeit vorliegt mit dem, was der Mensch durchmacht, wenn er gewisse Arten der Initiation durchmacht. So sonderbar das erscheint, es ist so.Â
Wenn der Mensch kennenlernt zum Beispiel, wirklich innerlich kennenlernt die Wirksamkeit der Tierkreisgestalten auf den Menschen, so sind solche Erkenntniszustände mit starken inneren Erschütterungen verknüpft. Da kann wenigstens der Mensch durchmachen, indem es mehr beherrscht, mehr seelisch wirkt, das, was bei der Pockenerkrankung vorliegt, weil es sich darum handelt, daß bei der Pockenerkrankung der Mensch sehr stark im Geistigen drin lebt, wenn auch auf andere Art.
Man kann sagen, daß die Ansteckungsgefahr doch eine außerordentlich starke ist bei der Pockenerkrankung. Nur sollte man nicht so leichtsinnig sein, just immer gleich an physische Vermittlung zu denken bei der Übertragung, sondern es sind sogar bei der Pockenerkrankung besonders stark vorliegend die psychischen Anlagen. Dafür könnte ein Beweis der sein, daß man sich sehr gut schützen kann, wenn man in der Lage ist, sich in rechter Art abzuschließen. Ich darf darüber deshalb sprechen, weil ich einmal als zweiundzwanzig jähriger Mensch – die Umstände brauche ich nicht zu erwähnen – einen Schüler unterrichtet habe, dessen Mutter mit schwarzen Pocken unmittelbar daneben lag, nur durch eine spanische Wand getrennt von der Stube, in der ich meinen Unterricht gab. Ich habe nichts dagegen gemacht, habe den Unterricht die ganze Zeit fortgesetzt, bis die Mutter wieder gesund geworden ist. Aber ich habe das ganz gern getan, namentlich auch, um zu sehen, wie man sich schützen kann, wenn man absolut den Pockenkranken, also auch den an schwarzen Pocken Erkrankten, nimmt ganz objektiv wie ein anderes Objekt, wie einen Stein oder einen Strauch, dem gegenüber man gar keine weiteren Furchtgefühle noch sonst psychische Regungen hat, sondern ihn nimmt als eine objektive Tatsache. Da ist in der Tat der Ansteckungsgefahr in hohem Maße zu begegnen. Daher kann schließlich der psychische Faktor auch bei der Ansteckung stark mitspielen.
Ich habe mich überhaupt niemals davor gescheut, irgendwie mich selber einer Ansteckungsmöglichkeit auszusetzen, und bin eigentlich nie angesteckt worden, habe nie unter Ansteckung einer Krankheit gelitten. Ich konnte dadurch gerade feststellen, daß schon einfach das Bewußtsein, das starke Bewußtsein von dem Dasein einer Krankheit vom Astralleib aus Krankheitsursache sein kann. Das starke Bewußtsein einer Krankheit kann vom Astralleib aus Krankheitsursache sein.Â
Und die Pockenimpfung? Da ist man in einem eigentümlichen Fall. Sehen Sie, wenn man jemand impft, und man hat den Betreffenden als Anthroposophen und erzieht ihn anthroposophisch, so schadet es nichts. Es schadet nur denjenigen, die mit vorzugsweise materialistischen Gedanken heranwachsen. Da wird das Impfen zu einer Art ahrimanischer Kraft; der Mensch kann sich nicht mehr erheben aus einem gewissen materialistischen Fühlen. Und das ist doch eigentlich das Bedenkliche an der Pockenimpfung, daß die Menschen geradezu mit einem Phantom durchkleidet werden. Der Mensch hat ein Phantom, das ihn verhindert, die seelischen Entitäten so weit loszukriegen vom physischen Organismus wie im normalen Bewußtsein. Er wird konstitutionell materialistisch, er kann sich nicht mehr erheben zum Geistigen. Das ist das Bedenkliche bei der Impfung. Natürlich handelt es sich darum, daß da die Statistik immer ins Feld geführt wird. Es ist die Frage, ob eben gerade in diesen Dingen auf die Statistik so viel Wert gelegt werden muß. Bei der Pockenimpfung handelt es sich sehr stark um etwas Psychisches. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß da der Glaube, daß die Impfung hilft, eine unberechenbar große Rolle spielt. Wenn man diesen Glauben durch etwas anderes ersetzen würde, wenn man naturgemäß erziehen würde die Menschen, so daß sie beeindruckbar wären durch etwas anderes als dadurch, daß man sie impft, etwa dadurch, daß man die Menschen wiederum an den Geist näher heranbrächte, so wäre es durchaus möglich, daß man gegen das unbewußte Hereindringen: hier ist Pockenepidemie! – durch vollständiges Bewußtsein davon: hier ist ein Geistiges, wenn auch ein unberechtigtes Geistiges, gegen das ich mich aufrechthalten muß! – ebenso gut wirken würde, wie man überhaupt den Menschen stark machen müßte gegen solche Einflüsse.
Frage: Wenn die Verhältnisse so liegen, wie zum Beispiel in unserer Gegend, wo die Einwirkung durch die Erziehung und so weiter sehr schwierig ist, wie soll man sich da verhalten?Â
Da muß man eben impfen. Es bleibt nichts anderes übrig. Denn das fanatische Sichstellen gegen diese Dinge ist dasjenige, was ich, nicht aus medizinischen, aber aus allgemein anthroposophischen Gründen, ganz und gar nicht empfehlen würde. Die fanatische Stellungnahme gegen diese Dinge ist nicht das, was wir anstreben, sondern wir wollen durch Einsicht die Dinge im Großen anders machen. Ich habe das immer, wenn ich mit Ärzten befreundet war, als etwas zu Bekämpfendes angesehen, zum Beispiel bei Dr. Asch, der absolut nicht geimpft hat. Ich habe das immer bekämpft. Denn wenn er nicht impft, so impft eben ein anderer [denn es bestand eine gesetzliche Impfpflicht]. Es ist ein völliges Unding, so im Einzelnen fanatisch vorzugehen.
GA 314, S. 386ff., Hervorhebungen TH.
Anlage II
Corona-Verhalten und WHO-Zusammenarbeit
Quelle: «Und sie hat doch eine Meinung!», Thomas Heck in «Ein Nachrichtenblatt», 11/2023, S. 6
Eine Frage, die immer wieder gestellt wird: Gibt es mit der WHO Verträge oder Vereinbarungen? Irgendwelche Vereinbarungen muss es wohl im Zusammenhang mit den WHO-Benchmarks gegeben haben – nicht mit der Medizinischen Sektion, sondern mit IVAA und Tido von Schoen-Angerer selber, der im Auftrag der WHO in diesem Zusammenhang tätig war. Insofern müssen wir die Institutionen der Anthroposophischen Medizin gesamthaft anschauen. Aber selbst wenn es rein formal keine schriftlichen Vereinbarung mit der WHO etc. geben sollte – kommt es denn darauf an?
Ohne einer ausstehenden Aufarbeitung von Corona vorzugreifen, sei auf Folgendes hingewiesen: Die extreme Impfaffinität der WHO (interessengesteuert u.a. durch die Finanzierungen durch Big Pharma, die Bill und Melinda Gates Stiftung) ist unübersehbar – Impfkritiker werden aggressiv moralisierend für hunderttausende Todesfälle verantwortlich gemacht.[5] Man bedenke folgendes: Das Projekt ‹Ausbildungsstandards› besteht seit 2016/2017. Im Jahr 2019 erschien von der Medizinischen Sektion eine überraschend positive Stellungnahme zu Impfungen[6]), die durchaus irritierte und kritisiert wurde. Ebenfalls irritierend war die früh eingenommene positive Haltung zu den genbasierten sogenannten Impfstoffen, die zu diesem Zeitpunkt noch in Entwicklung waren. Ebenfalls unverständlich waren u.a. die aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen Rudolf Steiners zur Pockenimpfung und zu der Tatsache, dass er sich hatte gegen Pocken impfen lassen: Diese Darstellungen und Weglassungen können kaum versehentlich erfolgt sein und haben mit Wahrhaftigkeit nichts zu tun. Dadurch wurde und wird Rudolf Steiner regelrecht als Impfbefürworter instrumentalisiert – ein eigentlich unfassbarer Vorgang.[7] Wie aber hätten wohl die Partner bei der WHO reagiert, wenn man stattdessen – wie es Rudolf Steiners wirkliche Äusserungen und Ansichten zur Pockenimpfung, zur Krankheitsursache, zur Ansteckung und zur Pockenimpfung wahrheitsgemäss in den Vordergrund gestellt hätte? Wie hätte wohl Jakob Zinstag[8] darauf reagiert? Wie die WHO? Wäre die Anthroposophische Medizin und die Anthroposophie selber dann noch mehr angegriffen und diskreditiert worden? Hat man – bewusst oder unbewusst – sich davor schützen und auch das Projekt der Ausbildungsstandards mit der WHO nicht gefährden wollen?
Niemandem soll an dieser Stelle Absicht unterstellt werden. Aber angesichts der wahrnehmbaren Phänomene drängen sich diese Fragestellungen förmlich auf. Eine Aufarbeitung des Verhaltens unserer Institutionen im Zusammenhang mit Corona erscheint unumgänglich – allein schon aus Wahrhaftigkeits- und Authentizitätsgründen.
Wolfgang Held berichtete in «Anthroposophie weltweit», 5/2022 von der Generalversammlung:
«Bei den exemplarischen Darstellungen aus der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft sprach Peter Selg über die Arbeit der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion. Dabei empfahl er mit Bezug auf Martin Buber, Anthroposophie mit ihr nahestehenden Strömungen und Persönlichkeiten zu verbinden. Das würde sie schützen, denn den jüdischen Philosophen beispielsweise würde man nicht ins Visier nehmen.»
Matthias Girke in «Ein Nachrichtenblatt» 13/2023:
Warum der Anerkennungsprozess nicht kommuniziert wurde:
«Warum wurde denn über diesen Prozess nicht frühzeitig berichtet? Dies hatte einen klar beschreibbaren Grund. Hätten wir frühzeitig berichtet, so wäre das sehr naiv gewesen. Schließlich gibt es eine strategisch organisierte Skeptikerbewegung, die gegen anthroposophische Medizin auf niedrigem Niveau polemisiert. Interventionen aus dieser Richtung hätten das gesamte Vorhaben zerstören können. Wir hatten deswegen zu Beginn nicht öffentlich darüber berichtet. Als wir schließlich doch einen Artikel hierzu veröffentlichten (https://www.anthromedics.org/BAS-0999-DE), kamen sofort Angriffe und das Ganze drohte zu scheitern.»
Anmerkung: Auch hier wird deutlich, dass man sich offensichtlich vor Angriffen von aussen meint schützen zu können, indem man in Kauf nimmt, auch nach innen nicht zu kommunizieren. Zu einem freien Geistesleben hätte ein lebendiger Austausch innerhalb der Hochschule, der Gesellschaft und der Anthroposophische Medizin gehört. Genau dieses freie Geistesleben wurde unterbunden – zugunsten der Freiheit einiger weniger Leitenden, die diese Anerkennung wollten – eine Entscheidung über die Köpfe anderer hinweg.
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Anlage III: Weitere Nachweise
Zu Punkt 3, Virus-Theorie
- «Virus Wahn» Köhnlein und Engelbrecht
- https://fassadenkratzer.de/2023/05/12/das-virus-phantom-die-betrugerischen-wege-die-existenz-von-viren-nachzuweisen/
- https://fassadenkratzer.de/2020/07/16/die-wissenschaft-vom-virus-das-einfach-nicht-nachzuweisen-ist/
- https://fassadenkratzer.de/2021/06/14/virologen-die-krankmachende-viren-behaupten-sind-wissenschaftsbetruger/
- https://fassadenkratzer.de/2024/05/15/nicht-viren-sondern-den-wirklichen-ursachen-einer-grippe-nachspuren/
- https://harald-walach.de/methodenlehre-fuer-anfaenger/17-was-ist-eine-wissenschaftliche-tatsache-ein-kleines-fallbeispiel-der-masernprozess/
Peter Selg in «Perspektiven und Initiativen zur Coronazeit»
Rudolf Steiner verwahrte sich nicht gegen «sanitäre und hygienische Maßnahmen» in Zeiten der Not,21 im Bedarfsfall auch nicht gegen Impfungen, und warnte (am Beispiel der Pocken- Krankheit) vor jedem Radikalismus in dieser Hinsicht, dem «fanatischen Sichstellen gegen diese Dinge»22. Auf der anderen Seite umriss er jedoch auch die kommenden biotechnologischen Gefahren und beschrieb unter anderem, dass die Impfungen der Zukunft immer tiefer in den Organismus eingreifen, ja geradezu eine Art in den physischen Leib hineinziehender Kraft entfalten, die das freie seelisch-geistige Leben erschweren, wenn nicht verhindern würden – und daher mehr als bedenklich seien.21 Die wirkenden Kräfte in und durch diese Impfungen, die den Menschen an die Materie binden, beschrieb er als mit denen identisch, die im sozialdestruktiven Kapitalismus und technologischen Imperialismus tätig sind, und bezeichnete sie, in der Terminologie seiner komplexen Lehre des Bösen24 als «ahrimanisch».
Insgesamt war Rudolf Steiner deutlich, dass das dramatische Gesamtproblem in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten weder mit Schutzmaßnahmen und Impfungen, noch mit deren rigoroser Ablehnung lösbar sein werde. Vielmehr müsse es darum gehen, «durch Einsicht die Dinge im Großen anders zu machen»25, den materialistischen Zerstörungskräften der Ökonomie auf das soziale und ökologische Leben Einhalt zu gebieten26 – und der «materielle[n] Form der Gesundheitswissenschaft» die «Heilkraft der Geisteswissenschaft» an die Seite zu stellen.27 «Und vielleicht in keiner anderen Wissenschaft wie der Medizin kann man so sehen, wie der Materialismus hereingebrochen ist über die Menschheit.»28
Fussnoten im Buch am Ende des Beitrags.
Links:
Impfung/ Pocken / Rudolf Steiner
https://www.damid.de/presse/pressmitteilungen/1011-impfen-solidarisch-entscheiden.html
https://wtg-99.com/war-rudolf-steiner-ein-impfgegner/
Anlage IV
Korrespondenz mit Georg Soldner März 2021
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Von: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Gesendet: Samstag, 13. März 2021 19:14
An: Georg Soldner <georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch>
Betreff: Eine Frage
Lieber Herr Soldner,
Sie hatten am Mittwoch darauf verwiesen, dass das Virus Sars-Cov2 isoliert sei. Können Sie mir die Quelle angeben, aus der das hervorgeht?
Vielen Dank und herzliche Grüsse, Thomas Heck
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Sonntag, 14. März 2021 07:52
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Eine Frage
Lieber Herr Heck,
diese Frage habe ich zu oft beantwortet, auch an Menschen Ihres Kreises. Sie dürfen gerne selbst recherchieren, es dauert nicht mehr als drei Minuten.
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Sonntag, 14. März 2021 08:48
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Eine Frage
Lieber Herr Heck,
nachdem mich nun doch wieder mehrere Fragen erreichen, bitte ich Sie, einmal nachzulesen nach wenigen Clicks:
https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/6/20-0516_article
https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/lab/grows-virus-cell-culture.html
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Gesendet: Sonntag, 14. März 2021 12:50
An: Georg Soldner <georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch>
Betreff: AW: Eine Frage
Vielen Dank, Herr Soldner.
Können Sie mir noch die Studie nennen, wonach nach der Impfung weniger Infizierte sterben?
Vielen Dank und freundliche Grüsse, Thomas Heck
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2021 11:48
An: Thomas Heck
Betreff: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Heck,
mit welcher Quelle können Sie belegen, dass für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918 ein Impfzwang gegen Pocken bestand?
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2021 16:29
An: Georg Soldner <georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch>
Betreff: AW: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Soldner,
es freut mich, dass Sie meinen Rundbrief gelesen haben.
In Fussnote 19 ist die Quelle genannt.
Herzliche Grüsse, Thomas Heck
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2021 16:56
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Heck,
die Quelle ohne Seitenzahl nennt nur, was ich kenne, das Impfpflichtgesetz von 1874, das ausdrücklich keine Erwachsenenimpfpflicht vorsieht. Das ist auch mein Stand in allen weiteren Recherchen. Falls Sie einen Beleg für eine Erwachsenenimpfpflicht – die so nicht im Gesetz enthalten ist – in Berlin zur Zeit des 1. Weltkrieges nennen können, ggf. auch eine Seitenzahl in dem von Ihnen zitierten Werk, wäre ich Ihnen dankbar. Ich kenne nur die Kinderimpfpflicht, die seit 1874 beschlossen war, und natürlich Impfappelle an die Bevölkerung, z.B. die Mütter, aber keine verpflichtende Gesetzgebung, noch dazu für Menschen aus anderen Staaten wie Rudolf Steiner. Insofern genügt das pauschale Zitieren eines Buches ohne Seitenangabe nicht als Beleg, das bei elektronischer Suche nach dem Begriff „Impfpficht“ nur das Gesetz von 1874 nennt.
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Thomas Heck
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2021 17:14
An: Georg Soldner
Betreff: AW: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Soldner,
vielen Dank für den Hinweis.
Verstehe ich richtig, dass Ihnen die Impfpflicht von 1874, die auch zu Rudolf Steiners Zeiten bestanden hat, bereits bekannt war?
Herzliche Grüsse, Thomas Heck
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2021 17:16
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Heck, die Impfpflicht für Kinder, die nicht in Österreich galt und Rudolf Steiner nicht betraf, war mir bekannt. Steiner ließ sich im 1. Weltkrieg in Berlin impfen. Das wird ihnen sicher bekannt sein.
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Gesendet: Donnerstag, 18. März 2021 12:31
An: Georg Soldner <georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch>
Betreff: AW: Impfzwang für Rudolf Steiner in Berlin 1914 – 1918?
Lieber Herr Soldner,
vielen Dank für Ihre Hinweise.
Bei näherer Betrachtung des Reichsseuchengesetzes wird allerdings deutlich, dass die Impfpflicht keineswegs auf Kinder beschränkt war. § 4 sowie nachfolgende Bekanntmachungen 1900 und 1904 müssen auch berücksichtig werden und machen das deutlich.
Es ist keineswegs davon auszugehen, dass sich Rudolf Steiner vollkommen aus eigenem Entschluss  sowie aus medizinischer und/oder innerer Überzeugung hatte impfen lassen. Sie erhalten die Quellen demnächst im Rahmen einer Aussendung.
Herzliche Grüsse, Thomas Heck
Von: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Gesendet: Donnerstag, 18. März 2021 13:26
An: Thomas Heck <thomas.heck@posteo.ch>
Betreff: Rundbrief 29 – Nachtrag
Nachtrag zum Rundbrief 29
Aufgrund meiner Ausführungen „War Rudolf Steiner ein Impfgegner“ hatte mich Georg Soldner darauf hingewiesen, dass das Reichsseuchengesetz vom 8. April 1874 (1) „ausdrücklich keine Erwachsenenimpfpflicht vorsieht.“ (Email vom 17. März 2021). Das entspricht allerdings nicht den Tatsachen, denn in § 1 ist lediglich geregelt, dass die Impfungen im ersten Lebensjahr erfolgen sollen. Falls das nicht geschehen ist, so ist die Impfung nachzuholen (§4), wörtlich: „Ist die Impfung ohne gesetzlichen Grund (§§. 1, 2) unterblieben, so ist sie binnen einer von der zuständigen Behörde zu setzenden Frist nachzuholen.“ Die Impfpflicht war also keineswegs auf Kinder beschränkt. Das wäre auch Unsinn gewesen, denn die Pocken sind schliesslich alles andere als eine Kinderkrankheit.
Der tatsächliche Sachverhalt wird auch aus der „Bekanntmachung, betreffend Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. Vom 21. Februar 1904 / II. Bekämpfung der Pocken“(2) deutlich. Ein Auszug:
„Als das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Pocken ist die Schutzpockenimpfung anzusehen, deren Durchführung durch das Impfgesetz vom 8. April 1874 (Reichs-Gesetzbl. S. 31) und die hierzu ergangenen Vollzugsvorschriften geregelt ist. Wo auf Grund landesrechtlicher Bestimmungen Zwangsimpfungen beim Ausbruch einer Pockenepidemie zulässig sind (vergleiche § 18 Abs. 3 des Impfgesetzes vom 8. April 1874 – Reichs-Gesetzbl. S. 31) (3), ist darauf hinzuwirken, daß gegebenenfalls alle der Ansteckung ausgesetzten Personen, sofern sie nicht die Pocken überstanden haben oder durch Impfung hinreichend geschützt sind, sich impfen lassen …“
In Österreich bestand keine Impfpflicht, daher war Rudolf Steiner nicht als Kind geimpft worden. Seine Impfung erfolgte im ersten Weltkrieg, vermutlich 1916/17. Ob in Berlin damals aktuelle Verordnungen erlassen wurden, ist nicht bekannt. Allerdings wurde von Hedda Hummel berichtet, dass die Pocken ausgebrochen waren, sodass von behördlichen Massnahmen ausgegangen werden kann.
Angesichts seiner Äusserungen im Jahr 1924 über die Wirkungen der Pockenimpfungen und seinem Hinweis, er habe sich mit 22 Jahren – also ca. 1883 – der Möglichkeit einer Infektion bewusst ausgesetzt, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass er sich vollkommen aus eigenem Entschluss sowie innerer und/oder medizinischer Überzeugung hatte gegen Pocken impfen lassen, ohne dies 1924 zu erwähnen.
Die Überlieferung von Rudolf Steiners Pockenimpfung und die bereits aus dem Zusammenhang gerissenenen Aussagen (sinngemäss), wenn der eine Arzt nicht impft, dann (müsse) eben ein anderer impfen und man solle sich nicht fanatisch gegen das Impfen stellen, sind keinesfalls geeignet, die aktuell vertretene grundsätzlich positive Haltung gegenüber Impfungen seitens der institutionell vertretenen anthroposophischen Medizin bzw. der Medizinischen Sektion zu begründen. Hinzu kommt noch, dass es sich jetzt um genetisch basierte Impfungen handelt.
Herzliche Grüsse, Thomas Heck
Anmerkungen
(1)Â https://de.wikisource.org/wiki/Impfgesetz
(2)Â https://de.wikisource.org/wiki/Bekanntmachung,_betreffend_Bestimmungen_zur_Ausf%C3%BChrung_des_Gesetzes_%C3%BCber_die_Bek%C3%A4mpfung_gemeingef%C3%A4hrlicher_Krankheiten._Vom_21._Februar_1904_/_II._Bek%C3%A4mpfung_der_Pocken
(3)Â https://de.wikisource.org/wiki/Impfgesetz#%C2%A7._18
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Donnerstag, 18. März 2021 13:55
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Rundbrief 29 – Nachtrag
Lieber Herr Heck,
Lieber Herr Heck,
nach übereinstimmender Auffassung der Historiker bezieht sich die Impfpflicht auf das Alter, das in Paragraph 1 des Gesetzes genannt wird. Insofern halte ich Ihre Darstellung unten für historisch falsch. Ich beschäftige mich zwar erst seit 35 Jahren mit dem Thema Impfungen, habe Medizin und Medizingeschichte studiert, aber das tut hier nichts zur Sache. So jedenfalls der Gesetzestext:
„Der Impfung mit Schutzpocken soll unterzogen werden:
1) jedes Kind vor dem Ablaufe des auf sein Geburtsjahr folgenden Kalenderjahres, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugniß (§. 10) die natürlichen Blattern überstanden hat;
2) jeder Zögling einer öffentlichen Lehranstalt oder einer Privatschule, mit Ausnahme der Sonntags- und Abendschulen, innerhalb des Jahres, in welchem der Zögling das zwölfte Lebensjahr zurücklegt, sofern er nicht nach ärztlichem Zeugniß in den letzten fünf Jahren die natürlichen Blattern überstanden hat oder mit Erfolg geimpft worden ist.
- . 4 bezieht sich auf diese Personengruppe.
Ist die Impfung ohne gesetzlichen Grund (§§. 1, 2) unterblieben, so ist sie binnen einer von der zuständigen Behörde zu setzenden Frist nachzuholen.“
Sie können das gerne von einem Anwalt prüfen lassen. Daraus ist keine Erwachsenenimpfpflicht abzuleiten. „Erst nachdem 1870/71 eine Pockenepidemie in Deutschland 125 000 Todesopfer gefordert hatte, wurde am 8. April 1874 das Reichsimpfgesetz erlassen, das bestimmte, dass Kinder sowohl im ersten als auch im zwölften Lebensjahr geimpft werden müssen. Bei Nichtbefolgung drohten Geld- und Haftstrafen.“ https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-17-2003/uid-9640
Die Erwachsenenimpfpflicht wurde damals nicht eingeführt wegen Nicht-Durchsetzbarkeit, berichten historische Quellen, die ich aktuell im Zug nach Berlin nicht zur Hand habe. Der Gesetzestext selbst ist aber eindeutig, und so auch alle Quellen, die sich darauf beziehen.
Was Berlin im 1. Weltkrieg betrifft, kennen weder Sie noch ich die genaue Verordnungssituation. Der Bericht von Frau Hummel lässt allerdings nicht darauf schließen, dass sich damals alle Männer in der Stadt impfen lassen mussten. Das dürfen wir erst mal offen lassen.
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Von: Georg Soldner [mailto:georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch]
Gesendet: Donnerstag, 18. März 2021 14:27
An: Thomas Heck
Betreff: AW: Eine Frage
Lieber Herr Heck,
dann beantworten Sie mir bitte kurz die Frage, ob die Pockenimpfung aus Ihrer Sicht etwas zum Verschwinden der Pocken beigetragen hat, ob das Pockenvirus überhaupt existiert, ob die Pocken überhaupt existiert haben und ob es Tote durch Pocken in der Geschichte gegeben hat, die es heute nicht mehr gibt. Das würde mich doch interessieren.
Hier die Studie: Â file:///C:/Users/GeorgSoldner/OneDrive%20-%20Medizinische%20Sektion%20am%20Goetheanum/doc%202021/COVID%2019%20M%C3%A4rz/BNT162b2%20mRNA%20Covid-19%20Vaccine%20in%20a%20Nationwide%20Mass%20Vaccination%20Setting%20_%20NEJM.html
Mit freundlichen Grüßen, Georg Soldner
Lieber Herr Soldner,
reden wir über Corona oder über Pocken? Habe ich irgendwo den Sinn der Pockenimpfung bezweifelt? Wenn Sie meine Ausführungen richtig gelesen haben, müsste Ihnen aufgefallen sein, dass ich davon sprach, dass starke Hinweise dafür vorhanden sind, dass es für Pocken einen Krankheitserreger gibt.
Ansonsten kann ich dazu nichts sagen ausser, dass der Nutzen der Pockenimpfung offensichtlich auch schon im 19 Jahrhundert umstritten war. Aber das habe ich nicht weiter studiert.
Meine Frage bezog sich auf die Studie, auf die sie sich am 10.3.2021 bezogen. Ging es da um Pocken?
Der Link funktioniert nicht, es ist ein lokaler Link.
Herzliche Grüsse, Thomas Heck
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[1] Zur Klarstellung: Es wird nicht behauptet, dass es dieses (oder andere) Viren nicht gäbe – es wird nur darauf hingewiesen, dass es keinen Nachweis gibt – vor allem keinen Nachweis, dass es sich dabei um die primäre Krankheitsursache handelt.
[2] GA 322, «Grenzen der Naturerkenntnis und ihre Überwindung», S. 33.
[3] A.a.O. S. 64.
[4] E-Mail vom 29. Aug. 2023 an Roland Tüscher und nachfolgende Korrespondenz mit Thomas Heck.
[5] https://twitter.com/i/status/1602991915808456705
[6] https://goetheanum.ch/de/nachrichten/wie-stellen-wir-uns-weltweit-zum-thema-impfen
[7] Siehe hierzu Rundbriefe 28 und 29, www.wtg-99.com/Rundbrief-Archiv
[8] Hauptsächlich genannter Gesprächspartner von «One Health», Professor für Epidemiologie am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel.